Übergabe der Unterstützer-Unterschriften

Die Liste ist geschlossen!

 

Von Karl-Heinz Brausen - 22.05.2014

Am Montag, 12. Mai 2014 haben die Kollegen Werner Köhler, Dr. Konrad Stolzenberg, Klaus Danielczyk, Heinrich Schüssleder und ich vor der Stadtentwicklungsausschusssitzung, in der die Ausschussmitglieder die Beschlussempfehlungen zum neuen Bebauungsplan und Änderung des Flächennutzungsplan fassen sollten, dem Ausschussvorsitzenden André Dora (SPD) und dem Bürgermeister Wolfgang Werner (parteilos) die 3.348 „JA! zu Datteln 4" - Unterschriften übergeben.

 

Demonstration

 

Mit der Übergabe der E-Petitions-Liste wurde auch allen Fraktionsvorsitzenden der im Dattelner Rat vertretenen Parteien und den zwei Einzelpersonen im Rat ein Brief mit unserer Meinung zum Projekt übergeben.

 

Hier der Wortlaut des Briefs:

Sehr geehrter Herr Fraktionsvorsitzender,
sehr geehrte Damen und Herren Ratsmitglieder,

unterstützt werden wir von den 1.136 JA-Stimmen von Dattelner Bürgerinnen und Bürgern, 448 JA-Stimmen von Bürgern direkt angrenzender Städte sowie 1.752 JA-Stimmen von Bewohnern unseres Landes, die sich in die Petitions-Liste auf der Internetseite "jazudatteln4.de" eingetragen haben.
Nicht unerwähnt sollen auch die 12 JA-Stimmen von auswärtigen Besuchern des Kraftwerks Datteln 4, die die Petition gezeichnet haben, bleiben.

Vor fast genau 50 Monaten, am 17.03.2010, haben Sie in der Ratssitzung mehrheitlich den Beschluss gefasst, einen neuen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zum Kraftwerk auf Änderung des Flächennutzungsplans -8a. Änderung- zu entwickeln. In etlichen Sitzungen des Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Bauen und Verkehr sind Sachstandsberichte, Anfragen, Anträge von Fraktionen und Bürgern zu Beschlussvorlagen erarbeitet worden. Die Bearbeitung und Prüfung der Anlagenalternativen hat zu zielführenden Veränderungen geführt:

  • Ausschluss störfallrelevanter Stoffe
    - Ammoniakwasser statt des druckverflüssigten Ammoniaks

  • Ein um 90.000 t verringertes Kohlenlager

  • Verringerung der Geräuschimmissionen durch
    - Schallschutzwand am Kühlturm
    - Schallschutzmaßnahmen an den Bahnstromumrichtern
    - Einhausung des Maschinentransformators

  • Absenkung der Emissionsgrenzwerte im Rauchgas

Diese und noch weitere Veränderungen sowie das Grundkonzept der erstellten Anlagenteile lässt hier in Datteln Europas größtes und effizientestes Kohlekraftwerk entstehen, wobei der Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor gesundheitlichen Schäden einen hohen Stellenwert hat.

Wir hier in Datteln rühmen uns gern mit der Behauptung, Europas-, ja sogar Weltgrößter Kanalknotenpunkt zu sein. Darum sollten wir auch die gute Infrastruktur wie Kanäle, Schiene, 110 kV DB-Versorgungsnetz, Bundesstraße und Autobahn zum Bau dieses Kraftwerks an dieser Stelle nutzen.

Wir brauchen das Kraftwerk für die Versorgung der 1000 Haushalte einschließlich der beiden Krankenhäuser und des Rathauses mit Fernwärme. Das Kraftwerk mit seiner Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist laut NRW-Umweltminister Remmel ein wichtiger Baustein zu mehr Energieeffizienz und weniger Ausstoß von Treibhausgasen. Die Wärmeerzeugung durch die KWK-Technik wird gerade in NRW politisch gefordert.

Das Kraftwerk ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Datteln. Die 75 direkten sowie die 125 im Service und 300 Arbeitsplätze bei externen Lieferanten (z. B. Reststoffverwertung in der Bauindustrie) sichern Arbeitsplätze hier und auch in der Region.

Ein Teil des erzeugten Stromes liefert das Kraftwerk über die Bahnstromumrichteranlage in das 110.000 Volt-, 16,7 Hertz-Netz der Deutschen Bahn. Durch die neue und schon in Betrieb befindliche Umrichter-Anlage kann das Kraftwerk bis zu 25 Prozent des deutschen Bahnstrombedarfs liefern.

Brauchen wir überhaupt noch Kohlekraftwerke, wie dieses in Datteln?

Wir sagen und meinen JA!

Einige Leute behaupten, dass der weltweite Einsatz von Stein- und Braunkohle-Kraftwerken zur Klimakatastrophe führt. Doch in Wirklichkeit existiert die angeblich so folgenreiche Klimawirksamkeit des CO2, wie in zahlreichen Studien bewiesen worden ist, nur im verschwindend geringen Maße!

Das Kraftwerk soll insbesondere in unserer Region die Leistung alter Anlagen ersetzen und dazu beitragen, in erheblich effizienter, kostengünstiger und umweltfreundlicher Weise Energie zu erzeugen. Energie, die immer dann verfügbar ist, wenn sie benötigt wird. Das Kraftwerk ist so konzipiert, das schnelle Laständerungen möglich sind. Den US-amerikanischen Grenzwert für Quecksilber, der sich an einer neuen internationalen Vereinbarung orientiert, wird vom Kraftwerk eingehalten. Die sogenannten Erneuerbaren können in den nächsten Jahrzehnten, auch durch weiteren Kapazitätsausbau, die Versorgungssicherheit nicht gewährleisten! Denn Strom ist nicht in nennenswertem Maße speicherbar und wird es aufgrund physikalischer Gesetze auch in absehbarer Zukunft nicht sein.

Mit der überwiegenden Mehrheit der Dattelner Bürgerinnen und Bürger im Rücken möchten wir ihnen die Unterstützung zukommen lassen, dass sie am Mittwoch, 14. Mai d. J. mit gutem Gewissen Ja zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 105a -Kraftwerk- und zur 8a. Änderung des Flächennutzungsplans sagen können.

Glückauf!

Karl-Heinz Brausen
Sprecher der Initiative -JA! zum Kraftwerk Datteln 4 sagen

 

 

Demo vor der Ratssitzung

Vor der Entscheidenden Ratssitzung am Mittwoch, 14. Mai 2014 in der Dattelner Stadthalle haben noch einmal E.ON - Mitarbeiter, Kraftwerksunterstützer und Gegner demonstriert!

 

Demonstration

 

Demonstration 

 

In der anschließenden Ratssitzung haben dann 37 Ratsmitglieder und der Ratsvorsitzende Bürgermeister Wolfgang Werner in geheimer Abstimmung den Satzungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 105a - Kraftwerk - und die 8a. Änderung des Flächennutzungsplans mit jeweils 30 JA- und 8 NEIN-Stimmen beschlossen

Zitat des Bürgermeisters:

„Ich bin froh, dass die überwiegende Mehrheit des Rates heute für den Satzungsbeschluss gestimmt hat. Mein Dank geht an die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, an unsere Mitarbeiter, an die Berater, an die Gutachter, aber auch an den Vorhabenträger – also an alle Beteiligten, die an diesem komplexen Verfahren mitgewirkt haben." „Diese Entscheidung trägt dazu bei, dass Datteln auch in Zukunft Kraftwerksstandort bleiben wird und dass wichtige Industriearbeitsplätze erhalten bleiben."